Rassestandard: Der schussfeste und spurlaute Beagle – Anlagenprüfung mit Schussfestigkeit und Spurlaut

Mit Northern Hound und Southern Hound waren auf den britischen Inseln die Ahnen auch des Beagles zusammengekommen.[1] Aus ihnen wurden ab etwa 1400 jene Hunde gezüchtet, die Stammväter aller britischen Meutehunde wurden. Zuchtziel war nicht ein nur schöner Hund – ausschlaggebend war allein die Leistung und Brauchbarkeit für den geforderten Einsatz: Schnelligkeit, Spursicherheit, sicherer wohlklingender Spurlaut, Jagdleidenschaft, Ausdauer – bestens geeignet, um in der Meute kleineres Wild – vornehmlich Hase und Fuchs – zu jagen.[2]

„Southern Hound“ schwarz mit lohfarbenen Abzeichen[3]

In Ansehung aller Eigenschaften, die den Beagle auch heute noch auszeichnen, spricht vieles für diese Historie. Die feine Nase, die Unbeirrbarkeit bei der Fährten- und Spurarbeit, der zuverlässige und tiefe Lauf auf der Spur und die unendliche Vielfalt der Fellfärbung sind das zu bewahrende Erbe und Vermächtnis.

„Talbot“  und Beagle;[4]

In Meuten wie auch in Rudeln von jagenden Wölfen und Wildhunden wird im Team gearbeitet – die Nasenarbeit wird auf mehrere Hunde verteilt, die sich abwechseln. Zeigt der Hund dann auch noch durch Lautgeben den Spurverlauf an, können sich daran sowohl die anderen Meutemitglieder als auch der Jäger orientieren. Sobald der Beagle diese Spur individualisiert und aufgenommen hat – the true line[5] -, gibt er Spurlaut, was in Großbritannien so schön als „speaking on the line“ bezeichnet wird.

Dies ist, was wir heute in Deutschland Spurlaut nennen.[6]

Zwei Nasen „sehen“ mehr – VIGO vom Sturmgeläut und QUIRIN von der Geierswacht – „The Check“.

Vor allem in den letzten Jahren ist der Beagle vom Familienhund mehr und mehr zum Modehund mutiert.[7] Immer häufiger trifft man auf die „bunten Hunde“ – mit oder ohne Halter. Es hat noch keiner Rasse gutgetan, in Mode zu kommen. Auch beim Beagle darf diese Entwicklung mit der gebotenen Skepsis begleitet werden. Allzu oft wird der Beagle aufgrund seiner äußeren Erscheinung und des gewinnenden Ausdrucks auf „nur lieb“ reduziert.[8] Diese Reduzierung auf reine Äußerlichkeiten führt dazu, dass die Zucht sich ausschließlich an der Nachfrage orientiert. Täuscht der Eindruck, dass Beagles immer kurzbeiniger werden und die Schädel breiter mit kürzeren Nasenpartien, um das nachgefragte Kindchenschema zu bedienen?[9]

Dies wird aber einem Beagle als eigenständigem Jagdhund schlichtweg nicht gerecht. Das Wesen und die Wesensfestigkeit, die Gesundheit und Robustheit, die Arbeits- und Nasenleistung, damit insgesamt die rassetypischen Eigenschaften – wie Spurlaut und Sozialverträglichkeit oder geringe Futteraggression – bleiben auf der Strecke.[10]

Nach der Zuchtordnung des BCD werden zur Zucht nur „wesensfeste Beagles“[11] zugelassen. Dabei ist zu beachten, dass das Wesen – auch der Teil des sozialen Grundverhaltens – des Beagles sowohl erblich angelegt ist als auch tradiert sowie durch Prägung und späteres Erlernen vermittelt wird.[12] Diese Wesensfestigkeit wird bei der Zuchtzulassungsprüfung des BCD im Rahmen der „Verhaltensbeurteilung“[13] bewertet. Nach der Prüfungsordnung Jagd des BCD werden „die Grundanforderungen an das Wesen“ des Beagles auf der Schussfestigkeitsprüfung durch die Prüfung der Schussfestigkeit festgestellt.[14]

Die individuelle Verhaltens- und Wesensbewertung des einzelnen Beagles könnte auch unter dem Oberbegriff Persönlichkeit betrachtet werden. Was aber ist überhaupt Persönlichkeit? Ein Modell zur Beschreibung der Persönlichkeit sind die sogenannten „Big Five“ aus der Humanpsychologie.[15] Neurotizismus[16], als eines dieser Kriterien, gibt an, wie emotional labil oder stabil ein Beagle ist – ist er selbstsicher und souverän oder emotional und labil. Wie reagiert er in Belastungs- und Stresssituationen?

QUIRIN von der Geierswacht – Schussfestigkeit im Feld

Bei der Verhaltensbeurteilung im Rahmen der Zuchtzulassungsbestimmungen des BCD muss sich jeder Beagle einzeln der Geräuschempfindlichkeitsprüfung (GEP) unterziehen.[17] Mittels einer sog. Starterklappe[18] wird ein mehr oder weniger lautes Geräusch erzeugt, das als Gradmesser für ein Beeindruck Sein des Hundes gelten soll. Der Hund darf sich durch den „Knall“[19] der Starterklappe kurz erschrecken. Ist nur eine allgemeine Einschüchterung durch den „Knall“ erkennbar, ohne dass der Hund sich in seiner Arbeit stören lässt, so spricht man von leichter Geräuschempfindlichkeit. Sucht er unter Zeichen der Ängstlichkeit Schutz bei seinem Führer, nimmt aber innerhalb einer Minute die Arbeit wieder auf, so wird das als einfache Geräuschempfindlichkeit bezeichnet. Übersteigt die Dauer der Arbeitsverweigerung und des Beeindruckt Seins diese Minute, so ist die Geräuschempfindlichkeit stark. Wenn der zu prüfende Hund, statt bei seinem Führer Schutz zu suchen, ausreißt und sich damit der Einwirkung seines Führers entzieht, besteht eine Geräuschscheue. Stark geräuschempfindliche und geräuschscheue Hunde haben die Prüfung nicht bestanden.

Beagles mit hoher emotionaler Stabilität sind selbstsicher, stressresistent, souverän und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Die im Rahmen der Schussfestigkeitsprüfung einwirkende Belastung ist ein Gradmesser für die Stabilität und Wesensfestigkeit des Beagles. Die Selbstsicherheit und Souveränität sind Grundvoraussetzungen für den Beagle als selbständiger Jäger.[20] Hunde mit nachgewiesener bestandener Schussfestigkeitsprüfung haben die Geräuschempfindlichkeitsprüfung bestanden. Auch an dieser Stelle darf ich daran erinnern, dass der Beagle ein Jagdhund ist. Als Jagdhund muss der Beagle auch in kritischen Situationen sowie bei Belastung stabil und sicher reagieren. Mit der Reduzierung auf den oben beschriebenen Geräuschempfindlichkeitstest und immer weiterer Herabsetzung der an den Beagle gestellten Anforderungen wird der Rasseentwicklung nichts Gutes getan. Gerade für die zur Zucht zuzulassenden Beagles sollte die Schussfestigkeit als Standard vorgegeben werden.

Noch vor wenigen Jahren konnte festgestellt werden, dass der Beagle auf der Hasenspur unbeirrt, beharrlich und spurlaut arbeitet, selbst wenn er nicht darauf eingearbeitet war. Die Spurlautprüfung bestätigte die genetisch und züchterisch gesicherte Anlage zur spurlauten Jagd. Dieses Bild scheint sich gewandelt zu haben.

Nun mag eingewendet werden, dass die Hunde nicht entsprechend auf diese Prüfung vorbereitet und eingearbeitet waren. Dem ist zu entgegnen, dass nach 1.1. der Prüfungsordnung Jagd BCD „die jagdlichen Anlagen und die Grundanforderungen an das Wesen des Beagles auf der Schussfestigkeits- und Spurlautprüfung durch die Prüfung der Schussfestigkeit und des Spurlautes festgestellt werden“.[21] Diese Anlagen gilt es festzustellen und in der weiteren Entwicklung des Hundes zu fördern. Für die Rassebeobachtung und die Rasseentwicklung sowie die Analyse und Bewertung von Zuchtzielen und Zuchtmaßnahmen ist es enorm wichtig, gerade der Schussfestigkeits- und Spurlautprüfung mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Ist der im Beagle-Standard vorausgesetzte Spurlaut in der Rassepopulation nicht mehr als Anlage fest verankert oder geht diese Anlage gar verloren, wird es mehr als schwierig, wenn nicht gar unmöglich, den Spurlaut auch in Zukunft sicher zu verankern.

Nachdenklich stimmen Aussagen, die mir bei der Diskussion von Prüfungsergebnissen entgegengebracht wurden: „Ich habe meine Zucht darauf ausgerichtet, dass der Hund nicht jagt; er soll sich nicht entfernen und schon gar nicht lauthals einer Spur folgen und jagen. Meine Welpenkäufer wollen dies nicht.“ Sind dies wirklich Zielvorstellungen für eine standardgerechte Beagle-Zucht?

Ich möchte an dieser Stelle Jochen H. Eberhardt,[22] einen der profundesten Kenner des Beagles und der Beagle-Szene, zitieren: „Das Wichtigste überhaupt ist der Vorrang der ursprünglichen Bestimmung des Beagles: die Jagd insbesondere auf den Hasen. Alles am Beagle muss sich daran messen lassen, ob er dieser Grundbestimmung noch genügen kann. Von diesem Grundsatz abzuweichen, hieße eine neue Rasse schaffen zu wollen.“

Wir müssen die Rasse Beagle wieder verstehen lernen. Alle Hunde, die wir halten – sei es zur Jagd, zur Ausstellung oder als Familienhund – wurden ursprünglich und über Jahrhunderte hinweg für einen ganz bestimmten Zweck gezüchtet. Gerade beim Beagle wurden so Spezialisten herausgeformt, deren geförderte und selektierte Talente im Bereich des Jagdverhaltens liegen – hier in der spurlauten Jagd auf der Hasenspur. Und nun kämpfen Züchter und Welpenkäufer mit genau diesen Talenten und sind überrascht bis überfordert, wenn sie mit ihren auf Arbeit und Leistung gezüchteten Beagles als reine Familienhunde Probleme haben und nicht zurechtkommen.[23]

Ein Beagle macht Umstände – schöne und anstrengende! Aber genau das macht die Rasse Beagle aus. Wer damit nicht zurechtkommt oder diese Anstrengungen nicht auf sich nehmen will, sollte sich auch nicht für einen Beagle entscheiden, sondern eine Rasse wählen, die seinen Haltungsbedingungen, seinen Bedürfnissen und Erwartungen an den Hund entspricht.

VIGO vom Sturmgeläut nimmt die Spur auf.

Deshalb werde ich auch weiterhin an der Forderung festhalten, die bestandene Schussfestigkeits- und Spurlautprüfung zur Zuchtzulassungsvoraussetzung zu erheben. Dies setzt weder voraus, dass jeder Beagle jagdlich ausgebildet und geführt werden muss, noch setzt es voraus, dass die an Welpeninteressenten abzugebende Beagle-Welpen entsprechend geprüft werden müssen. Soll aber ein Beagle in die Zucht gehen – und nur dann –, muss die bestandene Anlagenprüfung mit Schussfestigkeit und Spurlaut eingefordert werden.

Der BCD[24] stellt sein Verhältnis zum Beagle als Jagdhund und den jagdlichen Einsatz des Beagles klar: „Die jagdlichen Anlagen und die Grundanforderungen an das Wesen des Beagles, werden auf der Schussfestigkeits- und Spurlautprüfung durch die Prüfung der Schussfestigkeit und des Spurlautes festgestellt. Die erfolgreiche Schussfestigkeits- und Spurlautprüfung ist Voraussetzung für die jagdliche Anlagenzucht und sollte jedem verantwortungsvollen Züchter, dem es um den Gesamtcharakter der Rasse geht, selbstverständlich sein.“[25] Auch in einer Stellungnahme des Stellvertretenden BCD-Vorsitzenden Peter Schäffer[26] ist zu lesen: „Damit ist der Vereinszweck definiert, nämlich: • die Förderung und der Schutz der reinrassigen Zucht der Rasse Beagle; • die Förderung der jagdliche Veranlagung und Eignung der Rasse Beagle; • die Förderung und Durchführung der planmäßigen Ausbildung von Beagles; • alle Aktivitäten innerhalb des Vereins erfolgen ohne wirtschaftlichen Zweck.“ Diese klare Aussage und das eindeutige Bekenntnis zum Beagle als Jagdhund sind sehr zu begrüßen.

„Country Hunter´s Quorry Main“ – Spurlautprüfung 2013[27]

Fröhlich und freundlich – so stellt der amtliche Rassestandard eine objektivierbare Verhaltenseigenschaft des Beagles heraus. Liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Aggressivität oder Ängstlichkeit.[28] Ein artgerecht gehaltener und rassetypisch beschäftigter Beagle, der einen gesicherten Platz im Rudel – seinem Sozialverband mit dem Menschen – hat, ist niemals schlecht gelaunt oder unverträglich.[29]

Die „wesentliche Bestimmung“ des Beagles ist spurlautes Jagen. Neben der Freundlichkeit stellt der Rassestandard dies als „wesentliche Bestimmung“ des Beagles heraus. Der Beagle ist und bleibt ein jagender Hund – dieses Jagen ist kein erlerntes, anerzogenes Verhalten, sondern eine angeborene, angewölfte Anlage.[30] Spätestens mit der Pubertät kommt beim Beagle die Jagdpassion zum Ausbruch.

Eberhardt[31] definiert es als das Wichtigste überhaupt den Vorrang der ursprünglichen Bestimmung des Beagles: die Jagd insbesondere auf den Hasen. Alles am Beagle muss sich daran messen lassen, ob er dieser Grundbestimmung noch genügen kann. Dass der Beagle „vornehmlich den Hasen jagt, indem er der Fährte“ – besser: der Spur – folgt, ist historisch belegt. Der Hase war das Wild des Beagles; die Beagle-Meutejagd zu Fuß war ausschließlich dem Hasen gewidmet. Die Spur des Hasen aufzunehmen und zu verfolgen, war von jeher die Aufgabe des Beagles. Darauf waren über Jahrhunderte hinweg die Zucht und Auslese ausgerichtet.

Die Aufnahme gerade der spurtreuen Hasenjagd in den Rassestandard verdient deshalb Beachtung, weil damit die Ursprünglichkeit dieser angewölften Anlage des Beagles besonders betont wird. Dementsprechend legt die Prüfungsordnung Jagd des BCD fest, dass die jagdlichen Anlagen des Beagles auf der Spurlautprüfung durch die Prüfung des Spurlautes festgestellt werden. Die erfolgreiche Spurlautprüfung ist Voraussetzung für die jagdliche Anlagenzucht und sollte jedem verantwortungsvollen Züchter, dem es um den Gesamtcharakter der Rasse geht, selbstverständlich sein.[32]

Die Hasenspur ist die sich am schnellsten verflüchtigende und damit die schwierigste Spur für jeden Hund. Die Bodenverletzung des flüchtigen Hasen ist minimal. Die extrem feinen Duftpartikel, die aus den Duftdrüsen der Hasenpfote abgegeben werden, erfordern eine äußerst feine Nase.

Mit „indem er der Fährte folgt“ wird zudem die Arbeitsweise des Beagles beschrieben. Nicht „auf Sicht“ – d.h. das Wild erblickend und dann verfolgend – und nicht „mit hoher Nase“ gegen den Wind Witterung des Wilds aufnehmend, um es dann zu suchen, sondern „der Fährte“ folgend, d.h. mit tiefer Nase die durch Bodenverletzung und Duftmarken stehende Spur arbeitend.

Nicht im Standard erwähnt ist das „spurlaute“ Jagen. Warum auch sollte eine solche Selbstverständlichkeit für eine Bracke und jagenden Hund auch im Rassestandard gesondert erwähnt werden? Schon Paget stellte fest, dass der Laut wichtig und es selbstverständlich ist, nicht einen „stummen“ Beagle zur Zucht einzusetzen. Beagles mit gutem Laut und guter Stimme sind zu wählen.[33] Denn „stumme“ Hunde sind schädlich, da sie viele Jagden kaputt machen.[34]

Ein „kill“ der Malpas Beagle-Meute um 1895; der Master (3. von links) assistiert von einem Wipper-In trennt den Kopf – „the mask“ – als Trophäe des erjagten Hasen, bevor die erwartungsvoll umstehenden Beagle ihre Belohnung erhalten.[35]

Dieser Spurlaut ist eine angewölfte Anlage des Beagles, die in der Regel im Alter von einem halbem bis zu einem Jahr beim Beagle auftritt. Es gibt – vereinfacht ausgedrückt – eine Reflexleitung von der überaus feinen Nase zum Gehirn, die bei bestimmten Gerüchen – ausschließlich von lebendem Wild – einen Laut auslöst, der nicht mit einem normalen Bellen zu vergleichen ist.

Zähigkeit und Zielstrebigkeit lassen sich im Ausstellungring nicht beobachten und bewerten. Hier sind die Anlagenprüfung mit der Spurlautprüfung und die weiteren Leistungsprüfungen richtig und wichtig, um fundierte Eindrücke zum einzelnen Beagle und dessen Spur- und Arbeitswille gewinnen zu können.[36] Ausdauer, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, felsenfest der Spur des gejagten Wildes zu folgen, sind wesentlich für einen Beagle wie schon Paget ausführt.[37] Was der Beagle einmal angefangen hat, versucht er mit eisernem Willen und Einsatz über alle Widerstände und Unwägbarkeiten hinweg weiter und zu Ende zu bringen.[38]

Oftmals wird der Beagle deshalb negativ anmutend als dickköpfig charakterisiert.[39] Dies ist unzutreffend! Der Beagle ist vielmehr zur selbständigen Arbeit gezüchtet, der mit Beharrlichkeit sein Ziel – die Spur/Fährte – verfolgt. Dabei ist er auf sich allein gestellt und muss, um erfolgreich zu sein, seine eigenen Entscheidungen treffen. All dies hat nichts mit Dickköpfigkeit zu tun.

Der Laut und die Lautstärke der Stimme des Beagles sind im Verhältnis zu seiner Größe als Folge seiner Meutehund-Herkunft eher überbemessen:[40] ein gewaltiger, tiefer oft glockenähnlicher Klang.

Bellen gehört zum normalen Verhalten eines Hundes und dient der Kommunikation. Auch das Bellen des Beagles ist Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. Aber das reine Bellen ist zu unterscheiden vom Laut des Beagles. Hierbei wird in der Regel zwischen Spur- oder Fährtenlaut, Hetzlaut und Standlaut unterschieden.

Spurlaut ist nur jener Laut, welchen der auf der Spur von Hase und Fuchs jagende Beagle ertönen lässt. Spurlaut ist angeboren und kann nicht anerzogen, wohl aber gefördert werden. Beim Spurlaut soll der Beagle, sobald er auf der Spur des für ihn nicht sichtigen Hasen oder Fuchs arbeitet, in kurzer, regelmäßiger Folge mit klarer, kräftiger Stimme Laut geben – und das möglichst über eine lange Strecke. Manche Beagle geben sofort nach Aufnahme der Wildwitterung Spurlaut, andere setzen erst später ein. Unterschiedlich ist auch das Durchhaltevermögen. Spurlaut schließt den Fährtenlaut mit ein, nicht jedoch umgekehrt. Die vom Schalenwild (Fährte) hinterlassene Witterung ist stärker als die von Hase und Fuchs. Fährtenlaut erklingt überwiegend im Wald. Dort stellen die Umgebungsbedingungen geringere Anforderungen an den Hund als im Feld. Im Wald sind Bodenfeuchtigkeit, Bewuchs und Wind in aller Regel günstiger und bieten damit intensivere Wahrnehmungsmöglichkeiten.

Beagle am Schwarzwild im Übungsgatter – hält er den Bail?

Im Zusammenhang mit einer anfallenden Hetze während einer Nachsuche – auch Hatz genannt – ist auch Hetzlaut ein gängiger Begriff. Der während der Verfolgung des – nicht notwendig sichtbaren – Wildes gegebene Laut klingt meist hell und „giftig“. Standlaut („Bail“) zählt zum Sichtlaut und bedeutet den Laut des Hundes, der das Wild stellt; er deutet manchmal auch auf einen Kampf hin. Der Jäger spricht davon, dass der Hund „den Bail hält“, wenn dieser das Wild stellt, bindet und dabei anhaltend Laut gibt. „Der Bail bricht“, wenn der Standlaut endet, weil das Wild wieder weiter flüchtet.

Die Landesgruppe Bayern unterstützt, dieses Erbe des Beagles zu sichern, indem sie für alle interessierten Beaglebesitzer und Züchter die Schussfestigkeits- und Spurlautprüfung als Anlagenprüfung anbietet. Mit JGHV-Verbandsrichtern aus den Reihen des BCD stehen für diese Prüfungen auch Prüfungsrichter bereit, die mit den rassespezifischen Talenten des Beagles bestens vertraut sind. Nehmen Sie das Angebot Ihrer Landesgruppe an, um Ihren Beagle besser kennen zu lernen und seine Anlagen im Sinne der Rasse zu fördern.


[1]     Schmitt, 5; Strodtbeck, 18.

[2]     Warneke, 7.

[3]     Wareful, A Southern Hound; a hound with an ‚S‘ marked on its side, viewed in profile against a countryside landscape. Engraving print on paper. After a painting by Willis. Engraved by Henry R. Cook. Published by M. A. Pittman, London. 1831.

[4]     This original antique print originates from Rees‘ ‚The Cyclopaedia; or, Universal Dictionary of Arts, Sciences and Literature‘. This important 19th-century encyclopedic work was published in serialized from 1802 to 1820. The entire Cyclopaedia consisted of 39 volumes of text, 5 volumes of plates and an atlas.

[5]     Wen wundert es, dass Eberhardt seinen Beagle-Zwinger „True Line’s“ nannte.

[6]     Die Begriffe spurlaut oder fährtenlaut stammen aus der Jägersprache und beschreiben den auf der Spur oder Fährte des Wildes lautjagenden Jagdhund; https://de.wikipedia.org/wiki/Spurlaut#cite_note-1.

[7]     Strodtbeck, 20.

[8]     Strodtbeck, 21.

[9]     Strodtbeck, 21.

[10]    Strodtbeck, 21.

[11]    4.1.1. ZO BCD; http://beagleclub.de/images/mitgliederbereich/ordnungen/848zhCfiwe43ru3GF8g2eDofvbxcBvjko10/ordnungen_zucht/2017-03-15-Zuchtordnung_12_2016.pdf.

[12]    Eberhardt, Beagle, 32.

[13]    2.1 bis 2.5. ZO BCD; http://beagleclub.de/images/mitgliederbereich/ordnungen/848zhCfiwe43ru3GF8g2eDofvbxcBvjko10/ordnungen_zucht/2017-03-15-Zuchtordnung_12_2016.pdf.

[14]    http://beagleclub.de/images/mitgliederbereich/ordnungen/848zhCfiwe43ru3GF8g2eDofvbxcBvjko10/ordnungen_jagd/2016-03-20_PO_Jagd.pdf; https://www.google.de/search?q=zuchtzulassungspr%C3%BCfung+beagle&espv=2&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwj_q-zto6vTAhVObFAKHTmBA6sQsAQIMA&biw=1366&bih=638&dpr=1#imgrc=v31gam3qGxyo4M:

[15]    Der ungarische Biologe Adam Miklosi und seine Arbeitsgruppe haben dies auf Hunde übertragen; Miklosi, Dog Behaviour, Evolution and Cognition (2015).

[16]    Gesamtverfassung, die durch emotionale Labilität, Schüchternheit und Gehemmtheit charakterisiert ist

[17]    Durchführungsbestimmungen für die Zuchtzulassungsprüfung (ZZP) des Beagle Club Deutschland e.V., Stand12/2016, gültig ab BB 04/16, 2.1.

[18]    Starterklappen werden in der Regel bei schulischen Leichtathletikveranstaltungen als Startsignal genutzt.

[19]    Das Geräusch kann schlicht nicht mit dem Knall eines Schrot- oder Büchsenschusses verglichen oder gar gleichgesetzt werden.

[20]    Strodtbeck, 31.

[21]    2017-05-16-Pruefungsordnung_Jagd.pdf.

[22]    Eberhardt, Hobby Beagle, 13.

[23]    Strodtbeck, 107.

[24]    http://www.beagleclub.de/index.php/auf-der-jagd/der-beagle-auf-der-jagd.

[25]    http://www.beagleclub.de/index.php/auf-der-jagd/spurlautpruefung.

[26]    Beagle Brief 2/2020, 41.

[27]    http://www.plum-beagles.de/index.php/quant.

[28]    Eberhardt, Hobby Beagle, 14.

[29]    Herbst/Stark, 47; Kohlfeldner, 9. Stets übellaunige Beagle können als im Wesen bedenklich und rasseuntypisch betrachtet werden; Eberhardt, Hobby Beagle, 13.

[30]    Selbst Hunde aus Generationen langer Laborzucht oder aus reinen Schönheitszuchten – ohne jegliche jagdliche Erfahrung – zeigen diese Anlage, Herbst/Stark, 47.

[31]    Eberhardt, Hobby Beagle, 13.

[32]    http://beagleclub.de/images/mitgliederbereich/ordnungen/848zhCfiwe43ru3GF8g2eDofvbxcBvjko10/ordnungen_jagd/2016-03-20_PO_Jagd.pdf

[33]    Paget, 69, wobei er seine Befürchtung zum Ausdruck bringt, dass dies zu sehr vernachlässigt worden sei.

[34]    Paget, 71.

[35]    Malpas Beagles – A Kill; Caine, RRB, 211.

[36]    http://beagleclub.de/images/mitgliederbereich/ordnungen/848zhCfiwe43ru3GF8g2eDofvbxcBvjko10/ordnungen_jagd/2016-03-20_PO_Jagd.pdf.

[37]    Paget, 23.

[38]    Herbst/Stark, 49.

[39]    Jordan, 12.

[40]    Eberhardt, Hobby Beagle, 29.

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