Sweet DUNCAN of Justine's Pack & QUIRIN von der Geierswacht

QUIRIN – als einziger Prüfling erfolgreich auf der Schussfestigkeits- und Spurlautprüfung am 25.3.2018

Nach Welpenschule und Hundeschule, die auch für den Sozialkontakt zu anderen Hunden, eine wichtige Ausbildungskomponente sind, stand nach unzähligen Feder- und Haarwildschleppen am 25.3.2018 in Unterlaiching die erste von der Landesgruppe Bayern ausgerichtete Spurlautprüfung auf dem Programm.

Die Spurlautprüfung ist eine reine Anlagenprüfung, die nichts mit Abrichtung oder Dressur zu tun hat. Aber auch die im jungen Hund vorhandenen Anlagen müssen zunächst einmal durch äußere Reize geweckt werden.

Der Spurlautprüfung geht die Schussfestigkeitsprüfung voran. Zur ihrer Überprüfung sind während einer freien, vom Führer weggehender Suche eines jeden Hundes zwei Schrotschüsse abzugeben. Der Hund sollte sich davon unbeeindruckt zeigen und seine Arbeit – die freie Suche – ohne schreckhaftes Verhalten zu zeigen, fortsetzen. Die Schussfestigkeitsprüfung ist ein Wesenstest in Form eines Belastungstests. Der bereits durch die Schussabgabe erschreckte oder verängstigte Beagle wird in schwierigen jagdlichen, aber auch alltäglichen Situationen seine Leistungsfähigkeit nicht abrufen können. Ich darf nochmals den Rassestandard in Erinnerung rufen: „Ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Fährte folgt, unerschrocken, äußerst lebhaft, mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit. Aufgeweckt, intelligent und von ausgeglichenem Wesen. Liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit.“

Nach bestandener Schussfestigkeitsprüfung – und dies darf für keinen Beagle ein Problem sein – ging es für QUIRIN und die anderen fünf Prüflinge ab ins Revier. Um für die Prüfung Hasen hoch zumachen, auf deren Spur die Hunde dann geprüft werden, gehen die Führer, flankiert von den Richtern und Helfern wie bei einer „Böhmischen Streife“ durch das Revier. Der Richter, der den Spurverlauf eines hochgehenden Hasen am besten verfolgen konnte, weist den nächststehenden Führer mit seinem Hund, der den Hasen nicht eräugt hat, auf die Hasenspur ein. Dann ist der Hund an der Reihe, der geschnallt – von der Leine gelassen – mit tiefer Nase und Laut gebend die Hasenspur arbeiten soll. Bei blanken, teils gefrorenen Äckern und Flächen mit sehr geringem Bewuchs war QUIRIN als einziger Teilnehmer der Prüfung erfolgreich und konnte die Anlage des spurlauten Jagens als Tagessieger nachweisen.

Und damit bin ich wieder beim Rassestandard angelangt: „Ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Fährte folgt, unerschrocken, äußerst lebhaft, mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit.“ Hier wird die spurlaute Jagd festgeschrieben. Mit „äußerst lebhaft“ beschreibt der Standard gerade auch das Lautgeben auf der Fährte. Deshalb ist es für den Beagle als Jagdhunderasse in meinen Augen besonders wichtig, die Verankerung des beständigen und sicheren Spurlautes als Anlage nachhaltig zu bewahren. Um die Wesensfestigkeit und den Spurlaut des Beagles zu gewährleisten, sollten die Schussfestigkeits- und die Spurlautprüfung zu Zuchtzulassungsvoraussetzungen erhoben werden. Der dagegen von Züchterseite oftmals erhobene Einwand, die Jagdleidenschaft des Beagles werde von Welpenkäufern nicht gewünscht, ist für mich kein Gegenargument. Der Beagle ist nun einmal ein Jagdhund und dessen muss sich jeder Beagler bewusst sein. Verantwortliche Zucht bedeutet nicht Vermehrung für den Markt, sondern Verbesserung der Rasse und ihrer Eigenschaften. Wie Versuche mit Labor-Beagles eindrücklich nachgewiesen haben, kann die Jagdleidenschaft des Beagles selbst durch sterilste und isolierte Haltungsbedingungen nicht ausgeschlossen werden. Auch die Überprüfung der Anlage des spurlauten Jagens mittels Spurlautprüfung hat keinen Einfluss auf die Jagdleidenschaft des Beagles. Und – wer mit seinem Beagle nicht züchten will, muss auch keine Spurlautprüfung absolvieren. Ein Blick auf andere Rassen zeigt, dass es äußerst schwierig und langwierig ist, einen einmal in der Rasse verloren gegangenen Spurlaut  züchterisch wieder zu verankern.

Die erfolgreich absolvierte Spurlautprüfung berechtigt im Rahmen des BCD nach der allgemeinen Zuchtzulassung zur jagdlichen Anlagenzucht.

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