Duncan – nun auch ein brauchbarer Jagdhund

Duncan – nun auch ein brauchbarer Jagdhund

20.03.2010, Samstag, 6:30 Uhr, der Wecker klingelt. Es geht los. Ab sofort machen Duncan und ich uns regelmäßig alle 14 Tage auf zum Vorbereitungskurs für die diesjährige jagdliche Brauchbarkeitsprüfung (BP). Heute – das erste Treffen zum Kennenlernen der Hunde und Hundeführer mit dem Ausbilderteam. Im Revier von Ausbildungsleiter Bernhard beschnuppern sich drei Kleine Münsterländer, zwei Griffon, ein Deutsch Drahthaar, ein Pudelpointer und zwei Beagle. Alles Rüden, die natürlich erst einmal die Fronten und Hierarchien abstecken müssen. Sweet DUNCAN of Justine’s Pack mit gut zwei Jahren der Älteste gibt dies den anderen auch klar und deutlich zu verstehen, was ihm schon bald den Spitznamen „Sir“ einbringt.

Die nun folgenden Wochen und Übungstage sind geprägt von Feder- und Haarwildschleppe, für die Vollgebrauchshunde mit der Arbeit am Wasser und der Ente, mit Leinenführigkeit und simulierter Treibjagd, der freien Suche im Feld sowie für uns Beagler besonders wichtig der Schweißarbeit. Zwischen den Übungstagen heißt es üben, üben, üben – Schweißarbeit ist Fleißarbeit!

Und wie immer ist alles mit Höhen und Tiefen verbunden. Schon der zweite Übungstag wird für mich zur Nervenprobe. Bei der freien Suche mit Schussabgabe kommt Duncan auf eine Rehspur und beginnt diese spurlaut und spurtreu auszuarbeiten. Kein Rufen und Pfeifen kann ihn mehr halten – suchen ist sinnlos. Für die anderen Kursteilnehmer geht die Arbeit weiter – ich harre aus. Nach einer guten Stunde kommt Duncan glücklich und zufrieden, ausgearbeitet auf der Spur zu mir zurück. Die Kommentare der anderen verschweige ich – der Übungstag ist beendet. Schon bald wird dieses Erlebnis durch hervorragende Arbeit auf der Übernachfährte verdrängt. Auch die Ausbilder – allesamt erfahrene Führer von Kleinen Münsterländern – sind beeindruckt von Duncans Arbeit auf der Schweißspur. Dann am letzten Übungstag nochmal der Einbruch bei der Suche mit Schussabgabe. Wieder ein Revierteil mit frischen Rehspuren – diesmal warte ich 1 ½ Stunden bis Duncan zurück ist. Wie nur soll das bei der Prüfung klappen?

Letzter Samstag im August – Generalprobe im Staatsforst. Von Freitag auf Samstag hat es ohne Unterlass geschüttet. Von der Übernachtfährte ist am Anschuss kaum mehr was zu sehen – Schweißtupfer und Spurenverlauf sind durch den Dauerregen unkenntlich gemacht. Es ist schwer für Hund und Führer, aber dennoch: nach harter Arbeit kommen wir mit einem Rückruf zum Stück. Nun noch die Feldsuche – und siehe da, das Üben scheint gefruchtet zu haben. Nach einem kurzen Ausflug durch eine Stilllegungsfläche kommt Duncan auf Pfiff sofort zurück. Das macht Hoffnung.

04.09.2010, Samstag, der Wecker brauchte nicht zu klingeln – Prüfungstag. Gegen 9.00 Uhr treffen wir uns an der Jagdhütte des Staatsforstes. Um 10.00 Uhr ist Prüfungsbeginn. Zwei Kleine Münsterländer, ein Griffon und die zwei Beagle mit Führer haben durchgehalten und treten zur Prüfung an. Mit dabei ist eine Kleine Münsterländer Hündin als „Gasthund“. In zwei Gruppen treten wir beim örtlichen Kreisverband des Landesjagdverbandes Bayern zur Prüfung an. Eine Gruppe mit drei Kleinen Münsterländern – die andere mit einem Griffon und zwei Beagle. Die beiden Beagle sind für die BP zur Nachsuche auf Schalenwild, d.h. in Bayern: 400 m Übernachtfährte mit ¼ l Schweiß, gemeldet und müssen sich zudem in den Fächern Anschneideprüfung, Verhalten am Stand und Leinenführigkeit sowie der Schussfestigkeit bei der Suche mit Appell stellen.

Nach dem Anblasen durch die Jagdhornbläsergruppe absolvieren alle die simulierte Treibjagd ohne Probleme.

Nun ab zu den Schweißfährten. Duncan wird als erster gelost. Der Rehwildbestand im Revier ist hoch. Auf dem Weg zum Anschuss geht ein Reh hoch und verschwindet in einer nahen Dickung. Ich lege Duncan ab; Willi, der Richter-Obmann, zeigt mir den Anschuss. Doch was ist jetzt? Duncan windet und äugt ganz interessiert an uns vorbei. Siehe da – ein Trupp Schwammerlsucher stöbert durch das Prüfungsgebiet. Mal sehen, was das wird, bei diesen Verleitungen.

Ich setze Duncan am Anschuss an; er nimmt die Spur sofort und ohne Umschweife auf. Ruhig und konzentriert arbeitet er. Ich kann den Riemen fast liegen lassen. Er verweist mir nahezu jeden Schweißpunkt und kommt sicher über den ersten Haken zum ersten Wundbett. Weiter geht es in gewohnter Manier mit tiefer Nase. Aber plötzlich ein Pendeln nach links und hohe Nase – was ist los? Ich erkenne am Verhalten von Duncan, dass er etwas anderes in der Nase hat und nehme ihn zurück zum letzten angezeigten Schweißpunkt. Und wieder zieht er an derselben Stelle mit hoher Nase nach links weg. Das ist nicht die richtige Spur. Nochmals nehme ich Duncan zurück, lege ihn kurz ab und setze ihn weiter hinten am letzten Wundbett nochmal an. Mit klarem Befehl nimmt er die Fährte auf, arbeitet nun den Haken sauber aus und bringt mich absolut sicher zum Stück.  Die Richter bewerten die Schweißarbeit mit sehr gut und voller Punktzahl.

Ablegen am Stück mit Anschneideprüfung sowie Leinenführigkeit zurück zum Ausgangspunkt sind kein Problem.

Nun sind die anderen an der Reihe. Zunächst Chuck – ein Beagle aus dem Verein Jagd-Beagle – auf der Übernachtfährte und dann Aso der Griffon – beide kommen zum Stück. Nun heißt es für uns Beagler warten, bis die Vollgebrauchshunde die weiteren Wald-, Feld- und Wasserfächer absolviert haben. Alle liefern sehr gute bis hervorragende Arbeit ab.

Die Feldsuche der Kleinen Münsterländer bewundern Peter, der Führer von Chuck, und ich in der Hoffnung, dass unsere beiden nur annähernd so schnell wieder zu uns zurückkommen. Nun aber sind wir an der Reihe. Begleitet von den drei Richtern gehen wir ins Feld hinaus. Ich schicke Duncan zur Suche, die er sofort begeistert aufnimmt, und gebe den geforderten Schuss ab. Duncan intensiviert aus seiner Erfahrung – wenn geschossen wird, finde ich auch Wild – seine Suche und ist im Nu im angrenzenden Wald verschwunden. Pfeifen und Rufen sind vergeblich. Sekunden später wechselt eine Geiß mit zwei Kitz aus dem Wald. Meine Hoffnung, die Prüfung zu bestehen, schwindet. Da kommt Duncan am anderen Ende aus dem Waldstück. Ich pfeife – er kommt tatsächlich. Doch 50 Schritt vor mir drängt es ihn wieder in den Wald. Kurz sehe ich in zwischen den Bäumen und rufe ihn an. Auf HIER hält er inne und kommt in meine Richtung. Zwischen Feld und Wald trennt uns nur noch ein kleiner von Buschwerk eingesäumter Bach – Duncan auf der einen, ich auf der anderen Seite. Der Bach scheint nur gummistiefeltief, – also auf – durch und Hund anleinen. Das Wasser ist letztlich hüfttief und eiskalt.

Hund angeleint und triefend kehre ich zurück – nochmal gut gegangen. Die Richter bewerten dieses Prüfungsfach noch mit „gut“.

Peter mit Chuck ergeht es nicht anders – ihm bleibt lediglich der Gang durchs Wasser erspart.

Mit insgesamt 42 von 44 Punkten erzielt Duncan ein hervorragendes Ergebnis. Chuck besteht auch und erreicht 32 Punkte.

Wir haben nun vor, noch die VSchwP sowie  die VGP/BCD  anzugreifen.

Aufgrund seiner gezeigten Arbeiten, insbesondere bei der Nachsuche und im Stöbern, haben Duncan und ich schon einige Einladungen zu Drückjagden für den kommenden Herbst und Winter.

Ein Beagle als erster Jagdhund im ersten Bayerischen Schwarzwildgatter

Ein Beagle als erster Jagdhund im ersten Bayerischen Schwarzwildgatter

Am 8.3.2015 hat der Vorsitzende des Bayerischen Jagdverbandes Prof. Jürgen Vocke das von den bayerischen Jägern seit langem geforderte und ersehnte  Schwarzwild-Übungsgatter bei Aufseß in Oberfranken eröffnet. Es ist ein Gebot der Vernunft und des praktischen Tierschutzes – so der Bayerische Jagdverband -, Jagdhunde für den Einsatz auf Schwarzwild optimal vorzubereiten. Im Schwarzwild-Übungsgatter werden die Hunde in drei Schritten  an die Begegnung mit Schwarzwild gewöhnt. Der brauchbare „Sauhund“ soll routiniert und selbständig arbeiten, ohne sich zu gefährden. Der Hund muss lernen, dass das wehrhafte Schwarzwild ihm gefährlich werden kann. „Ein Beagle als erster Jagdhund im ersten Bayerischen Schwarzwildgatter“ weiterlesen